Datenreduktion, Datenminimierung

Dateikomprimierung

Kompressionsprogramme wie Winzip oder RAR ermöglichen eine Komprimierungsrate von bis zu 1:20 bei Text-Dateien. Eine Komprimierung lohnt sich insbesondere bei großen Texten, die als Freitext abgespeichert werden. Video-, Sound- und Bilddateien sind in den allermeisten Fällen schon sehr stark komprimiert, sodaß das ‚zippen’ sogar zu größeren resultierenden Dateien führen kann.

Windows XP und Vista integrieren die Zip-Komprimierung im Windows Explorer.

Videovermeidung

Ein 2-Stunden-Video in anständiger Qualität und Auflösung benötigt mindestens 500MB Speicher. Das entspricht etwa 88 Mio. Worten unkomprimierter Text. Natürlich sind Videos ansprechender. Aber muß es wirklich ein 2-stündiger Film sein, wenn eine Mischung aus kurzen Filmsequenzen, Bildern und Text eine ähnliche Wirkung erzielen würde? Als Faustregel gilt: Informationsübermittlung per Video ist in Bezug auf Speicherplatz und Bandbreite am teuersten, dann kommt Sound, dann Bilder und ganz am Ende Text.

Vermeidung Textualer Informationen in Bildern

Ein Wort als Bild oder Text speichern macht im schlimmsten Fall eine Verhundertfachung des belegten Speichers aus. Das spielt zum Beispiel beim Speichern von Screenshots von Webseiten eine Rolle – man könnte auch den Quellcode der HTML-Seite speichern und hätte Platz gespart. Ein anderes Beispiel ist die Navigation: Menüeinträge auf Webseiten sollten schon Text bleiben.

Video- und Bildtuning

Während ein Video eine Abfolge von Bildern ist, setzen sich diese aus Bildpunkten in horizontaler und vertikaler Ausdehnung zusammen. Die Pixel genannten Farbwerte können unterschiedlich können in Ihren Variationsmöglichkeiten und damit in der Darstellungsqualität eingestellt werden. Ein Pixel, der eine von 16 Millionen Farben annehmen kann und so Voraussetzung für Echtfarbenbilder ist, erfordert mindestens 3 Byte in der Speicherung. Schränkt man die Farbauswahl, auch Farbtiefe genannt, auf ca 65000 Farben ein, reichen 2 Byte pro Punkt. Natürlich kann die Qualität abnehmen, wenn das Bild eine große Bandbreite an Farben darstellen soll. Aber bei vielen Bildern ist der Qualitätsverlust bei 65000 Farben durchaus akzeptabel. Der aufmerksame Leser fragt sich jetzt sicherlich, wieso wir um 1 Byte soviel Aufhebens machen. Es geht um 1 Byte pro Pixel.

Wieviel Byte verbraucht die Farbdarstellung pro Pixel?
Farbenca. 16 Mio65536256
Bytes321

Ein Bild besteht aus einer ganzen Reihe von Pixeln. Bei einer Bildschirmauflösung von 1024*768 sind das 786432 Pixel. Bei einem Byte Ersparnis pro Pixel geht es also um 768 KB pro unkomprimiertes Bild. Hier kommen wir auch direkt zu nächsten Tuning-Möglichkeit. Je kleiner das Bild, desto weniger Speicher wird benötigt. Alle Ränder und ‚Null-Informationszonen’ kann man aus Videos und Bildern also nutzbringend herausschneiden. Und noch etwas: Bilder sollten immer in der Auflösung zur Verfügung stehen, wie sie beim Anwender angezeigt werden. Eine Situation, bei der z.B. ein 2048*1600-Bild, daß eigentlich für Printmedien gedacht war, an den Internet Explorer des Clients übertragen und dann dort auf einer Fläche von 800*600 Pixeln angezeigt wird, macht nicht wirklich Sinn. Stattdessen sollte so eine Darstellung schon auf Server in der kleineren Auflösung bereitstehen.

Hier nochmal die Größenzusammenhänge grafisch:
Bildpunktgröße * Auflösung ergibt Bildgröße in MB

Nachdem die Farbtiefe und Auflösung auf Minimum gebracht wurden, wird das Ergebnis komprimiert. Auch wenn es jede Menge Grafik-Dateiformate mit unterschiedlichsten Kompressionsmöglichkeiten gibt, werden insbesondere beim Webdesign meist JPG und GIF verwendet. Die JPG-Kompression ist verlustbehaftet, d.h. wenn ein Bild A JPG-komprimiert und danach als Bild B JPG-dekomprimiert wird, werden A und B nicht identisch sein. Das ist der Preis für die sehr hohe Kompressionsrate dieses echtfarbenfähigen Bildkompressionsverfahrens. Als Alternative zu JPG sei hier noch PNG erwähnt, daß ebenfalls von allen möglichen Grafikprogrammen und Browsern unterstützt wird, ähnlich arbeitet wie JPG, aber das Ergebnis eines Open Source Projektes ist. GIF komprimiert verlustfrei, allerdings nur Bilder mit einer maximalen Farbtiefe von 256 Farben. Dafür kommt es mit Transparenz und der Fähigkeit daher, mehrere Bilder als Mini-Animation darstellen. Der Picture Manager von Microsoft (Bestandteil von MS Office) bietet alle Basisfunktionalitäten, die man zur Bildoptimierung benötigt.

Vergleich der Grafikformate
KompressionKompressionsrateMaximale FarbtiefeSinnvoll für Webpräsenzen?Animation möglich?Transparenz möglich?
GIFJa, verlustfreiakzeptabel256 FarbenJaJaJa
JPGVerlustbehaftetsehr hoch16 Mio FarbenJaNeinNein
PNGVerlustbehaftetsehr hoch16 Mio FarbenJaNeinNein
BMPNein oder unzureichend16 Mio FarbenNeinNeinNein

Die Frage nach der Farbtiefe und der Optimierung der Auflösung stellt sich beim Video genau wie beim Bild. Für die Kompression eignen sich hier am besten divx, xvid oder andere mpeg4 encoder. Virtual Dub (Open Source) ist recht brauchbar, wenn es um Videotuning geht.

Bilder in Powerpoints

MS Powerpoint Menü/ Einfügen/ Grafik/ Aus Datei…Wenn Bilder in Powerpoints per copy’n paste eingefügt werden, wendet das Programm seine eigenen nicht sehr effektiven Kompressionsmethoden an. Stattdessen bietet es sich an, die Grafiken in Farbtiefe und Auflösung zu tunen, als PNG oder JPG zu speichern und dann über Menü/ Einfügen/ Grafik/ Aus Datei… in die Präsentation einzubinden.

Diese Bilder werden dann in der Kompressionsmethode der Grafikdatei abgesppeichert.

Teile Dateien, wenn sinnvoll

Manchmal ist weniger mehr. Und so kann es durchaus Sinn machen, eine Mega-Information aufzuteilen. Auf der Plus-Seite stehen dann kürzere Ladezeiten der einzelnen Teile, was dann voll durchschlägt, wenn viele Interessenten immer nur auf Teil-Informationen zugreifen.


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